L'amour n'est pas ce que vous voyez.♥


Enttäuschung ist wie eine Welle, die einen plötzlich überkommt. Aus dem Nichts scheint sie zu entstehen und wühlt die Oberfläche auf. Ungesagte, Ungedachte Dinge befördert sie ans Tageslicht. Gefühle, die ich mir nie eingestehen wollte, und an die ich immer noch nicht glaube, kommen ans Ufer. Plötzlich will ich allein sein, die Welt und ihre Fassaden vergessen. Still verkrieche ich mich in die sichere Dunkelheit. ♥
Erst dort gebe ich mich ganz der Welle hin. Denn die Finsternis verschleiert die Tränen, die niemand sehen soll.
Auf keinen Fall dürfen sie es bemerken. Sonst wäre ich ihnen schutzlos ausgeliefert. Meine eisige Schutzhülle wäre hinfort geschwemmt und sie könnten mich mühelos verletzen. Tiefe Wunden in meine zarte Haut reißen. Von diesen hässlichen Narben habe ich schon genug. Sie heilen schwer und schmerzen lang. 
Ich muss nur durchhalten. Mein Gesicht waren, bis ich die Dunkelheit gefunden habe. Langsam atme ich ein und aus. Ruhig bleiben. Meine Augen werden feucht. Ich reiße sie auf, schüttele den Kopf, um die Tränen verschwinden zulassen, bevor sie einen Weg hinausfinden. Meine Hände werden Fäuste. Fingernägel drücken schmerzhaft in meine Handfläche. Es ist nicht mehr weit…
Etwas kommt mir entgegen. Nein jemand. Ich kenne ihn. Er lacht. Schweiß bricht aus, als ich zurück lächeln muss. Mein Gesicht hat vergessen, wie man lacht. Hoffentlich hat er nichts bemerkt. Hoffentlich dreht er sich nicht um. Hoffentlich geht er weiter und verschwindet.
Es sind noch viele, denen ich auf den Weg zur Sicherheit begegne. Ihre Gesichter verschwimmen vor meinen Augen. Viele Hindernisse. Viele Schweißausbrüche. Der Weg scheint unendlich zu sein.
Die Tränen wollen jetzt hinaus. Immer mehr versammeln sich. Ein leiser Schluchzer bahnt sich seinen Weg. 
Kontrolle! Es ist nicht mehr weit.
Meine Beine fangen an zu rennen. Schneller, immer schneller. 
Eine Tür schlägt zu und endlich ist es finster. Der Schlüssel dreht sich rasch im Schloss. Sicherheit. Das Gesicht in den Händen. Die Tränen kommen unaufhaltsam. Blutgeschmack auf meiner Zunge. Doch noch immer lauert die Angst. Sie dürfen mich nicht hören. Schon der Gedanke schickt einen Schauer meinen Rücken hinab. 
Gefühle müssen hinter Mauern verborgen werden. Die bösen Narben beweisen es. 
Still gebe ich mich den Tränen hin, während sich die Welt um mich herum weiterdreht. 
Als wäre nichts geschehen.♥




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